Logo Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ

Wildbienenerlebnisweg Österreichs „Unsere Wildbienen“ am Bisamberg

In Langenzersdorf wird unter Einbindung unterschiedlichster Medien auf die Bedeutung „Unserer Wildbienen“ hingewiesen.

Projektinhalt und Ziele

Mit dem Wildbienenschutzprojekt in Langenzersdorf werden Familien, Schulklassen und Wanderern diese so wichtigen Insekten näher gebracht. Einerseits wird über Informationstafeln Wissen vermittelt, andererseits werden Schafe eingesetzt, die eine Fläche wildbienenfreundlich beweiden. Zusätzlich gibt es eine App, ein Quiz wird angeboten und eine erste übergroße Wildbienen-Holzskulptur macht die so kleinen Tiere sichtbar.

Das Projekt soll einen Beitrag zum Schutz der Wildbienen leisten und Mitmenschen für den aktiven Natur- und Tierschutz begeistern. Damit wird gleichzeitig auch die Pflanzenvielfalt gefördert. Denn für Wild- und Kulturpflanzen ist eine individuen- und artenreiche Wildbienenfauna lebenswichtig. Ohne Bienen fehlt nämlich die Bestäubung der Pflanzen – und damit auch ein wichtiger Part in der Vermehrung der Pflanzen.

Motivationsfaktoren

Die Wildbienenfauna am Bisamberg ist mit rund 350 Arten extrem vielfältig und gehört damit zu den Wildbienen-Hotspots Österreichs. Dies war ein ausschlaggebender Grund den ersten Wildbienenerlebnisweg Österreichs in der Gemeinde Langenzersdorf zu eröffnen.

Projektablauf

Der Wildbienenerlebnisweg startet vor dem Gasthaus Gamshöhe (Gamshöhe 1, 2102 Bisamberg) bei der übergroßen Wildbienen-Holzskulptur, gestaltet vom Künstler Armin Spitzer. An mehreren Stationen können Interessierte auf insgesamt 6 Informationstafeln mehr über das Leben und die Gewohnheiten der Wildbienen erfahren, genauso wie über die besonderen Ansprüche an ihren Lebensraum. In die eine Richtung führt der Weg in Richtung Elisabethhöhe und Spielplatz, in der entgegengesetzten Richtung zu einem Schafweideplatz. Perfekt also für Familien und Schulklassen.

Für die Wildbienen ist zum einen das dort vorherrschende pannonisch geprägte Klima sehr positiv zum anderen die Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen: Trockenrasen, lichte Waldränder, Sandstellen und so genannte Säume und Hohlwege geben äußerst seltenen Wildbienenarten den für sie so wichtigen Raum zum Leben.

Mit einer Smartphone App ist der Wildbienenerlebnisweg außerdem auch interaktiv – jeder kann dann beim Forschungs-Projekt rund um die Tiere mitmachen. Fotografiert man mit der App die Pflegefläche bei der dafür vorgesehenen Tafel, kann jeder mithelfen, die laufenden Veränderungen zu dokumentieren. Das Projekt hat nämlich auch einen wissenschaftlichen Hintergrund – es soll untersucht werden, wie sich die Schafbeweidung im Detail auf die Pflanzen- und Wildbienenvielfalt auswirkt. Außerdem ermöglicht die App, entlang des Erlebniswegs Fotos und Videos von nistenden Wildbienen zu betrachten, an einem Quiz teilzunehmen und viele zusätzliche Informationen zu den Wildbienen zu erhalten - das funktioniert über QR-Codes auf den Informationstafeln.

Auf dem Schafweideplatz grasen 6 Schafe, die im Gegensatz zu einer mechanischen „Mahd“ die Blühflächen langsam abgrasen. Dadurch stehen während der gesamten Vegetationsperiode vielfältige Blüten für die Wildbienen zur Verfügung. Das hat eine Wechselwirkung und setzt einen positiven Kreislauf in Gang: ein vielfältigeres Blütenangebot bewirkt eine größere Vielfalt an unterschiedlichen Wildbienenarten vor Ort und in Folge auch eine größere Vielfalt an verschiedenen Pflanzenarten. Das wiederum zieht wiederum noch mehr Bienen an.

Die sogenannte „extensive Beweidung“ der Schafe erhöht auch das Angebot an Nistmöglichkeiten. Durch Tritt und Sohlen modellieren Weidetiere kleine Schlammpfützen, in denen sich bei Regen Wasser sammelt. Dort können Wildbienen Lehm zum Bau ihrer Nester sammeln. In trockeneren Bereichen entstehen hingegen offene Bodenstellen und Abbruchkanten, wo Wildbienen nisten können. Außerdem werden auf der Pflegefläche zusätzliche Nisthilfen errichtet, welche von Wildbienen besiedelt werden. Dadurch haben die BesucherInnen die Möglichkeit, die Wildbienen in ihrem Brutverhalten direkt zu beobachten.

Projekterfolge

2014 wurde das Projekt mit dem Schöffelpreis ausgezeichnet.

Nachhaltige Perspektiven

Eine Erweiterung ist in Planung: So sollen weitere Skulpturen 2015 aufgestellt werden, die die oft sehr kleinen Wildbienen noch sichtbarer machen und die BesucherInnen durch den Wanderweg weisen.

Weiterführende Informationen und Kontakt

Biologin und Wildbienen-Expertin Mag. Esther Ockermüller
Tel. +43(0)676 95 28 713
esther@hymenoptera.at

Mag. Martina Sordian, Projektkoordination GLOBAL 2000
Tel. +43(0)699 142000 47
martina.sordian@global2000.at

Wildbienenerlebnisweg am Bisamberg
Global 2000
Biorama

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen