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Fenster auf, Virus raus!

Frische Luft in den Klassenzimmern kann das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus reduzieren. Wie geht richtiges Lüften?

Arm öffnet Fenster

Aerosole im Raum: Lüften mindert Infektionsgefahr

Corona: Plötzlich ist das Atmen gefährlich!

Eine zentrale Rolle bei der Übertragung des Coronavirus spielen Aerosole, winzige Partikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen und Niesen entstehen und sich insbesondere in geschlossenen Innenräumen schnell im gesamten Raum verteilen. Bewegen sich Menschen ungeschützt in der Nähe einer infizierten Person, kann es zur Tröpfcheninfektion kommen. Besonders hoch ist das Risiko in geschlossenen Räumen, wenn dort zu wenig Luftaustausch stattfindet.

Der korrekte Luftaustausch im Klassenzimmer

Zu den wirksamsten Methoden, potenziell virushaltige Aerosole aus Innenräumen zu entfernen, zählt eine möglichst hohe Frischluftzufuhr. Klassen- bzw. Unterrichtsraumgrößen sollten daher so oft wie möglich gelüftet werden. 

Grundsätzlich gilt:

  • in jeder Pause intensiv bei weit geöffneten Fenstern lüften
  • auch während des Unterrichtes spätestens nach 20 Minuten intensiv lüften
  • bei Fensterlüftung ist eine Querlüftung optimal: über möglichst gegenüberliegende weit geöffnete Fenster 
  • wirksam ist auch eine Stoßlüftung bei weit geöffneten Fenstern
  • beim Lüften darauf achten, dass es nicht zu einer Verbreitung von Aerosolen in andere Räume kommt
  • Räume, in denen Sport getrieben wird, sollten deutlich häufiger gelüftet werden
  • Fenster gekippt zu halten, reicht in stark belegten Räumen nicht aus

Kohlendioxid – ein Indikator für „dicke Luft“

Der Anteil des Kohlendioxids (CO2) in der Raumluft ist ein guter Indikator für die Luftqualität. Sind viele Menschen in einem Raum, steigt der CO2-Gehalt rapide an und gleichzeitig sinkt die Luftqualität, konsequentes Lüften ist notwendig.

  • Die - abhängig von der jeweiligen Lüftungs- und Belegungssituation - zu erwartende CO2-Konzentration kann mittels des frei zugänglichen Programms CO2-SIM abgeschätzt werden.
  • Tatsächlich überprüfbar ist die Qualität der Luft im Klassenraum mit CO2-Messgeräten, diese sind im Fachhandel ab zirka 100 Euro erhältlich.

Die geforderte gute Luftqualität (CO2-Konzentration im Mittel höchstens 1000 ppm bzw. 0,1 Vol-%) ist jedoch vielfach durch - auch häufiges - Fensterlüften in Klassenräumen nicht erreichbar, nur automatische Klassenlüftungsgeräte können dauerhaft eine gute Luftqualität sicherstellen!

Und wenn Fensterlüften nicht reicht?

Innenraumexperte DI Peter Tappler (IBO Innenraumanalytik OG) empfiehlt bzw. fordert den Einbau von Lüftungsanlagen sowohl bei Schulneubauten als auch als Sanierungsvariante. Solche Klassenlüftungsgeräte kosten von 8.000 – 12.000 Euro und sind auch gut jederzeit nachrüstbar. Mit dem Einbau verbunden ist nicht nur eine größere Sicherheit in Bezug auf die Weiterverbreitung von Viren, sondern durch die optimierte Luftqualität auch eine erhöhte Leistungsfähigkeit der SchülerInnen.

Weitere Informationen 

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