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Graue Energie im Wohnbau steigt

Die Ergebnisse des Projektes „ZERsiedelt“ zeigen: Steigende Energiekosten verlangen nach angepasstem Wohnbau.

Wichtige Schlussfolgerungen der Studie

Streusiedlungen benötigen extrem viel an Grauer Energie für die Erschließung durch Straße und Infrastruktur. Das Gebäude selbst ist im Vergleich dazu von untergeordneter Bedeutung. Einfamilienhäuser benötigen doppelt so viel Graue Energie wie verdichtete Wohnbauformen (auch bei Verwendung von Holz für gewisse Bauteile). Der Energiebedarf zur Herstellung der Erschließung und Infrastruktur von Einfamilienhäusern ist ähnlich groß wie für das Gebäude selbst. In Streusiedlungslage gehen mehr als 70% der grauen Energie auf Straße und Infrastruktur.

Graue Energie im Wohnbau eklatant gestiegen

Lag 1970 der Anteil an Grauer Energie am Gesamtenergieaufwand für die verschiedenen Gebäudetypen noch zwischen 6% und 9%, so beträgt dieser nach heutigen Baustandards zwischen 23% und 34% - noch eklatanter wird es, wenn man Bauten in Streusiedlungen mit betrachtet, hier klettert der Anteil Grauer Energie auf bis zu 50% (oder mehr – je nach Entfernung zum nächsten Straßen/Leitungs-Anschlusspunkt)! Als besonders energierelevant stellte sich die Errichtung der Straßen- und Anschluss-Infrastruktur heraus – aktuell liegt dieser Anteil zwischen 29% (für Geschoßwohnbau) und 71% (für Einfamilienhaus in Streusiedlung) der gesamten grauen Energie.

Ziel der Studie war es eine Datengrundlage für die Graue Energie (Energieeinsatz für Rohstoffgewinnung, Produktion und Errichtung) im Wohnbau zu schaffen, um faktenbasiert nachhaltigere Raumplanungs- und Bauentscheidungen zu unterstützen. Es wurden Daten bezüglich: „Graue Energie für die Errichtung“ für repräsentative Wohngebäudetypen und „Graue Energie für die Erschließungs-Infrastruktur“ erhoben, die geeignet sind Grundlagen für nachhaltigere Bauentscheidungen darzustellen.
Sämtliche Werte umfassen den gesamten Energieaufwand über 100 Jahre, bezüglich Grauer Energie wurden dazu Renovierung bzw. Instandsetzung einbezogen, und insgesamt können in dieser Betrachtung Graue Energie und laufende Betriebsenergie sinnvoll einander gegenüber gestellt werden.

Das Projekt „ZERsiedelt“ wurde durchgeführt von ÖGUT, Akaryon Niederl & Bußwald OG, Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH, TU Graz Institut für Hochbau u. Bauphysik, Ökologie Institut.

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Projektseite ZERsiedelt: Kurzfassung Bericht

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