hintergrundbild

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden (weitere Informationen).

UGR LOgo

Newsletter-Archiv

Zu schade für den Kanal!

Regenwasser ist die Grundlage für unser Trinkwasser. Es kann aber speziell im verbauten Gebiet auch Probleme schaffen. Der nachhaltige Umgang mit Niederschlagswasser ist wichtig und gleichzeitig aktiver Hochwasserschutz.

Parkende Autos bei SCS
© G.Pomper

Gemeinden haben im kommunalen Bereich eine wichtige Rolle bei der Umsetzung von Maßnahmen, durch die Versickerung an Ort und Stelle gefördert wird. Dachflächen von öffentlichen Gebäuden wie Gemeindeamt, Kindergarten oder Bauhof müssen nicht in den Kanal eingeleitet werden. Die Abwässer von Wegen, Straßen und Parkplätzen, die von der Gemeinde betreut werden, können ebenfalls über eine Flächenversickerung zur Speisung des lokalen Grundwasserhaushaltes dienen.

Die Wahl des richtigen Versickerungssystems ist entscheidend für eine reibungslose Funktion

Grundsätzlich ist die flächenhafte Versickerung von Niederschlagswasser anzustreben. Sie kann bei allen angesprochenen Bereichen eingesetzt werden. Durch die Bodenpassage wird das Wasser von Schmutzstoffen gereinigt, Probleme im Grundwasser werden damit vermieden. Die Flächenversickerung benötigt nur wenige bauliche Eingriffe. Vorrangiges Ziel ist es, dem Wasser genügend Platz zu geben, auf dem es versickern kann, ohne dabei Schäden an Bauwerken zu verursachen.

Großer Nachteil der flächenhaften Versickerung über eine aktive Bodenpassage ist der mitunter hohe Flächenbedarf, der von der Struktur des Untergrundes und der Sickerfähigkeit des Bodens abhängt. Gerade bei großen Flächen empfiehlt sich die Durchführung eines Sickerversuches, um die Aufnahmefähigkeit des Bodens zu prüfen. Nur so können Schäden durch Starkregen verhindert werden.

Die Gemeinden haben es auf eigenen Flächen in der Hand, mit gutem Beispiel voran zu gehen

Ist eine flächige Versickerung auf Grund fehlenden Platzes nicht möglich, so können Abwässer von Dach- und Straßenflächen auch durch Muldenrigol-Anlagen versickert werden. Das Wasser sammelt sich in einem Retentionsraum (Rigol) am Fuß einer bepflanzten Mulde und wird  von dort an den umgebenden Boden abgegeben. Rigole können einfache Schotterkörper, perforierte Rohre oder Kunststoffelemente sein.

Gemeinden können die Entsiegelung von Flächen wie etwa Parkplätzen fördern und versickerungsfähige Oberflächenbeläge sowie Bepflanzungsmaßnahmen schon in der Flächenwidmungs- und Bebauungsplanung vorsehen. Durch umfassende Information der Bevölkerung kann die Nutzung und Versickerung von Regenwasser im Gemeindegebiet etabliert werden.

In Niederösterreich gibt es zahlreiche Beispiele, wie Gemeinden die Versickerung von Niederschlagswasser unterstützen können

So verzichtet die NÖ Wassergemeinde Mistelbach auf die weitere Errichtung von Regenwasserkanälen. Die Niederschlagswässer werden über Mulden gesammelt, versickert und zeitverzögert einem Fließgewässer zugeführt. Als naturnahe Landschaftselemente bringen die Retentionsräume noch zusätzlichen Nutzen als Naherholungsgebiete.

Praxisbeispiel Mistelbach

Downloads

Infoblatt "Naturnahe Oberflächenentwässerung im Stadtentwicklungsgebiet in Mistelbach"
Leitfaden des Landes NÖ: Naturnahe Oberflächenentwässerung – Leitfaden für Gemeinden

Weiterführende Information

Energie- und Umweltagentur NÖ  Tel.: 02742/219 19, office@enu.at

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Siedlungswasserwirtschaft post.wa4@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-14421, Fax: 02742/9005-16770
3109 St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus 7a