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Verkehrsflächen naturnah gestalten

Gemeinden können zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen und damit eine "Lebensversicherung" für unsere und auch zukünftige Generationen bieten.

Parkplatz
© G.Stradner, eNu

Biologische Vielfalt auf gemeindeeigenen Flächen

Biologische Vielfalt, kurz Biodiversität, ist das „Natur-Portfolio“ aus Lebensräumen, Arten sowie deren genetischer Vielfalt.  Auch Gemeinden können bei ihrer täglichen Arbeit zum Schutz und Erhalt der Biodiversität beitragen! Eine Möglichkeit dabei ist die naturnahe Gestaltung von gemeindeeigenen Flächen. Dieses Engagement seitens der Kommunen zahlt sich doppelt aus. Naturnahe Anlagen sind meist günstiger und zeitsparender in der Pflege als konventionelle Rasen und Hecken. Die Natur leistet außerdem wichtige Dienste, wie etwa das Abpuffern von Wasserextremereignissen.

Regenwasserversickerung durch Rasengittersteine

Naturnah gestaltete Verkehrsflächen ermöglichen eine bessere Regenwasserversickerung, da sie mit wasserdurchlässigen Materialien ausgeführt werden. Schotter, Pflastersteine, die nicht auf Beton oder Estrich verlegt werden oder Rasengittersteine lassen das Wasser passieren. In Österreich gehen täglich etwa 15 Hektar Boden durch Siedlungs- und Verkehrsflächen verloren. Auf diesen Flächen kann das Regenwasser nicht mehr versickern, sondern fließt oberflächlich in den Kanal oder nahegelegene Gewässer. Wenn der Regen tagelang auf den Boden prasselt, kann es zu Überflutungen und Hochwässern kommen. Je geringer die Bodenversiegelung ausfällt, desto weniger wird auch der natürliche Wasserkreislauf beeinflusst. Die Verdunstung bleibt aufrecht und sorgt für Abkühlung.  

Weniger Aufwand bei der Pflege

Auf  den Verkehrs- und Parkplatzflächen siedeln sich spontan Gräser und Kräuter an, die die mechanische Belastung durch Tritt und Befahrung ertragen. So können Lebensräume für selten gewordene Pflanzen entstehen und die Flächen wiederum werden zu willkommenen Verstecken und Lebensräumen für verschiedene Insekten und Tierarten. Aber nicht nur Flora und Fauna haben einen Nutzen davon, wenn die gemeindeeigenen Flächen naturnah gestaltet sind. Es kann auch zu finanziellen Vorteilen für die Gemeinde kommen. Denn diese Pflanzen brauchen meist wesentlich weniger Pflege als Kulturpflanzen. Wichtig ist, dass bei der Auswahl der zu pflanzenden Hecken, Sträucher und Bäume darauf geachtet wird, dass es sich um regionale heimische Arten handelt, die für die am Standort herrschenden Bedingungen geeignet sind. Denn diese dienen Insekten und Vögeln als Nahrungsquelle und Heimat.

Kurz zusammengefasst: die Grundsätze

  • Versiegelung minimieren
  • Regenwasser zurückhalten
  • Unterschiedliche heimische und standortangepasste Pflanzen verwenden
  • auf Dünger und Pestizide verzichten
  • auf Vielfalt achten
  • Platz für wilde Bereiche lassen

Weitere Informationen:    

Broschüre: Naturnahes Firmengelände

Weiterführende Links

Rückhalt von Wasser durch gesunde Böden auf www.naturland-noe.at
Leitfaden „Naturnahe Oberflächenentwässerung“ auf der Website des Landes NÖ