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Sauberes Trinkwasser für Gemeinden

Im ländlichen Raum stellen Genossenschaften und Kleinanlagen einen wichtigen Bestandteil der Versorgung mit Trinkwasser dar. Oft betreiben die Gemeinden diese Anlagen. Wer für den Ernstfall gerüstet sein will, sollte über eine einmalige Desinfektion Bescheid wissen.

Desinfektion von Brunnen und Behältern
© M. Kainz

Wer Wasser an Dritte abgibt, gilt in Österreich als Lebensmittelbetrieb und unterliegt somit strengen Vorgaben. Das stellt hohe Anforderungen wie etwa die sorgfältige Wartung, regelmäßige Schulungen und das richtige Verhalten im Ernstfall. So kann es bei Hochwasser oder bei starken Niederschlägen, aber auch nach baulichen Veränderungen an der Anlage zu hygienischen Belastungen kommen. Doch bei Bakterien im Trinkwasser kennt der Gesetzgeber kein Pardon. In diesem Fall ist oft eine einmalige Desinfektion der Anlage notwendig.

Praxisseminar "Desinfektion von Brunnen und Behältern"

Das Praxisseminar wurde von der Energie- und Umweltagentur NÖ in Kooperation mit der NÖ Landeslandwirtschaftskammer durchgeführt. DI Norbert Wolf von der Trinkwasseraufsicht im Amt der NÖ Landesregierung stellte die rechtlichen Grundlagen, die derzeit geltenden Grenz- und Richtwerte und die baulichen Anforderungen an einen Wasserspender vor. Norbert Wolf: „Oft sind die Verunreinigungen bei kleinen Wasserversorgungsanlagen hausgemacht und lassen sich durch eine Sanierung der Anlage in den Griff bekommen.“

Auswahl und Umgang mit Substanzen

Welche Chemikalie das Desinfektionsmittel der Wahl ist, erfuhren die fast 40 TeilnehmerInnen von DI Axel Tschinkowitz von der Abteilung Wasserwirtschaft. Er zeigte anhand des Brunnens der Landeslandwirtschaftskammer in St. Pölten, wie eine Desinfektion in der Praxis funktioniert. „Wichtig ist die richtige Dosierung und der sorgsame Umgang mit den Substanzen. Auf keinen Fall sollte mit chlorhaltigen Präparaten in geschlossenen Räumen hantiert werden“, so Tschinkowitz.

Wissenswertes für den Betrieb von Behältern und Leitungsnetzen

DI Dr. Markus Werderitsch von „Wiener Wasser“ präsentierte die Kriterien, auf die beim Betrieb von Trinkwasserbehältern und Leitungsnetzen zu achten ist. Thema seines Referates waren auch Biofilme: „Bei einwandfreier Wasserbeschaffenheit bildet sich auf jeder Innenwand von Behältern und Rohren mit der Zeit ein stabiler Biofilm, der aber die Wasserqualität nicht negativ beeinflusst.“ Als Desinfektionsmittel ist für die einmalige Desinfektion Natriumhypochlorit am besten geeignet. Wichtig ist, dass nach der mindestens sechsstündigen Verweilzeit im Brunnen und im Leitungssystem zur Neutralisation die gleiche Menge an Wasserstoffperoxid zugegeben wird. Dies vor allem deshalb, damit es auf der Abwasserseite zu keinen nachfolgenden Problemen kommt.

Bei entsprechender Nachfrage ist ein Folgetermin des Seminars geplant. Sie können sich im eNu-Büro Mödling unter Tel. 02236 860 664 auf einer Interessentenliste eintragen lassen.

Weiterführende Links

eNu: Schulung für WasserversorgerInnen 
eNu: Angebot zum Thema Wasser
OVGW: Schulungen Bereich Wasser
OVGW: Zertifizierte Produkte für WasserversorgerInnen