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Fossile Energieträger raus - Erneuerbare rein

Mit attraktiven Förderungen und einem umfangreichen Maßnahmenpaket sagt Niederösterreich dem Erdöl den Kampf an. Ein wichtiger Schritt, um die Klimaziele zu erreichen, die Versorgung zu sichern und die Wirtschaft zu stärken.

Geschäftsführer der Niederösterreichischen Energie- und Umweltagentur Dr. Herbert Greisberger, Umwelt-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft DI Andrä Rupprechter
© eNu

Erdöl hat nach Kohle den zweithöchsten CO2-Emissionsfaktor. Je weniger Ölheizungen es gibt, desto besser für das Klima. Spätestens durch das Pariser Abkommen ist der vollständige Ausstieg aus Öl und Gas bis 2050 besiegelt. Um dieses Ziel zu erreichen, muss bereits heute gehandelt werden.

Über 90 Prozent des Erdöls werden importiert

Diese Importe stammen größtenteils aus Kasachstan, Libyen, Aserbaidschan, Algerien, Russland, Irak, Saudi-Arabien und Nigeria. Die Energieversorgung Österreichs ist daher – ebenso wie die der gesamten EU – in hohem Maße von den Energieimporten aus Ländern abhängig, die sich weder durch hohe demokratische Standards, noch durch politische Stabilität auszeichnen. Politische Krisen der Förderländer wirken sich direkt auf die Versorgung mit Öl und auf den Preis aus. Die Erhöhung der Energieaufbringung innerhalb der EU ist daher für die Sicherung des Wohlstandes von strategisch höchster Relevanz.

Wärmepumpen, Holzkessel und Fernwärme sind beliebte Heizsysteme

Dank moderner Technologien, öffentlicher Unterstützung und hoher Akzeptanz in der Bevölkerung ist der Wärmemarkt ein Beispiel für eine erfolgreiche Energiewende. In den letzten zehn Jahren haben mehr als 30.000 niederösterreichische Haushalte ihre Ölheizungen entsorgt und sind auf klimaschonende Heizsysteme umgestiegen: Fernwärme, moderne Biomasseheizungen und vor allem Wärmepumpen zeigen beachtliche Wachstumsraten. Und das aus gutem Grund, denn zukunftsfähiges Bauen und Sanieren lohnt sich und setzt wirtschaftliche Impulse im Inland.

Wertschöpfung durch Energiewende

Der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme zahlt sich auch für die heimische Wirtschaft aus. Im Gegensatz zum Heizöl kommt der Energieträger Holz zum Großteil aus der Region, er wird im Falle der Pellets sogar exportiert und sichert Beschäftigung und Einkommen hierzulande. Österreich ist aber auch bei der zugehörigen Technologie europaweit führend.

In Niederösterreich wurden 2016 im Bereich der Umwelttechnologie 2.250 Bauprojekte auf den Weg gebracht, mehr als eine Milliarde Euro investiert und damit nahezu 13.000 Arbeitsplätze gesichert bzw. geschaffen. Auf den Umweltsektor, der stärker als die Gesamtwirtschaft wächst, entfallen mittlerweile elf Prozent des niederösterreichischen Bruttoregionalprodukts, aktuell gibt es im Land 37.000 Green Jobs.

Widerstand der Erdölindustrie

Die Erdölindustrie versucht mit „Förderungen“ für Ölheizungen darüber hinwegzutäuschen, dass Öl einer der teuersten Energieträger ist – der langjährige Heizkostenvergleich der eNu zeigt die Preisentwicklung im Detail. Wie sich die Energiepreise in Zukunft entwickeln, lässt sich aber nicht vorhersagen. Wichtig für die Energiewende ist daher auch der effiziente Umgang mit Energie und die thermische Sanierung von Altbauten.

Niederösterreich als Vorreiter

„Raus aus dem Öl – Rein in die Zukunft!“ lautet die Devise im Land Niederösterreich, die von LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf mit Unterstützung von Bundesminister DI Andrä Rupprechter vorangetrieben wird. Das Vorhaben basiert auf mehreren Säulen. So trat mit 1. Jänner 2017 bereits eine Vereinfachung der Überprüfungs- und Kehrperiodenverordnung in Kraft, die den NÖ Haushalten jährlich Geld spart, da weniger Kehrtermine anfallen. Ab Jänner 2019 wird ein Öl-Heizkesselverbot für Neubauten in Niederösterreich in Kraft treten.

Attraktive Förderungen und umfangreiche Beratung

Zusätzlich hat das Land NÖ ein umfassendes Unterstützungspaket mit attraktiven Förderungen geschnürt. So erhalten beispielsweise alle, die eine alte Gas- oder Ölheizung gegen einen Biomassekessel, eine Wärmepumpe oder einen Nah- bzw. Fernwärmeanschluss tauschen, eine Förderung von 20 Prozent der Investitionskosten im Ausmaß von bis zu 3.000 Euro. Neben diesem Direktzuschuss gibt es auch noch eine finanzielle Unterstützung für die Dämmung der obersten Geschoßdecke.

In Gemeinden fördert das Land NÖ im Rahmen der Aktion Energie-Spar-Gemeinde den Austausch von fossil betriebenen Heizungsanlagen mit bis zu 10.000 Euro.

Weiterführende Links

Thema: Raus aus dem Öl
Energieberatung NÖ: Langjähriger Heizkostenvergleich
Energieberatung NÖ: Förderung für Dämmung der obersten Geschoßdecke und Heizkesseltausch
Umweltgemeinde: Kesseltauschförderung in NÖ ab 2017

Letzte Aktualisierung: 18.05.2017