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Photovoltaik im Denkmal- und Ensembleschutz

Rund 60 TeilnehmerInnen beleuchteten am 11. März 2014 in der HTL Mödling das Thema PV-Anlagen im Denkmal- und Ensembleschutz. Die Veranstaltung wurde von der eNu in Kooperation mit der Stadtgemeinde Mödling organisiert.

Bild 1 ReferentInnen
© H. Naumann

Im Mittelpunkt der Veranstaltung mit ReferentInnen aus Bayern und Niederösterreich stand die Fragestellung, ob und wie der Wunsch vieler BürgerInnen nach der Errichtung einer PV-Anlage mit dem Interesse der Allgemeinheit für hohen Denkmal- und Ensebleschutz in Einklang gebracht werden kann. Interessant waren vor allem die Erfahrungen aus dem Bundesland Bayern, das mit einem etwa 10-fachen Niveau an PV-Strom-Erzeugung und hohem kulturellem Bewusstsein hier bereits seit Jahren vor besonderen Herausforderungen steht.

Vizebürgermeister von Mödling Mag. Gerhard Wannenmacher wies als Initiator der Veranstaltung auf den bestehenden Zielkonflikt zwischen dem Energie- und Klimaschutzziel des Landes – 100 % erneuerbarer Strom – und den Denkmalschutzzielen hin. Er verwies auf die Anstrengungen der Gemeinde Mödling, trotz eines hohen Anteils schützenswerter Gebäude, innovative Energietechnologien, und hier insbesondere Photovoltaik, für die BürgerInnen erlebbar zu machen und zur Erreichung der Energie- und Klimaschutzziele beizutragen.

Frau DIin Julia Ludwar M.A. vom Bayrischen Landesamt für Denkmalpflege präsentierte die für Bayern erarbeitete Richtlinie und zeigte eine Reihe von gelungenen, aber auch weniger gelungenen Beispielen einer Integration von PV-Anlagen in denkmal- und ensemblegeschützte Gebäude. Wesentlich für das Gelingen dieser Vorhaben sind ihrer Erfahrung nach eine ästhetische Optimierung und eine frühzeitige Abstimmung mit dem Denkmalamt. Die Qualität der technischen und architektonischen Lösung ist oft entscheidend für die Gemehmigungsfähigkeit von PV-Anlagen.

Baudirektor Ing. Werner Deringer von der Stadtgemeinde Mödling und Architekt DI Hannes Toifel betonten, dass das Ortsbild erhalten bleiben muss und bei rechtzeitiger Abstimmung optimale Lösungen zur Integration von PV-Anlagen möglich sind.

LAbg. Bgm. Martin Schuster verwies auf die positiven Erfahrungen der Marktgemeinde Perchtoldsdorf bei der Einbindung von BürgerInnen in Zusammenhang mit der Errichtung thermischer Solaranlagen und auf die Umsetzung des PV-Bürgerbeteiligungsprojektes in Perchtoldsdorf, um es auch jenen Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen ihren Strom selbst zu erzeugen, die am eigenen Gebäude keine Möglichkeit dazu haben.

Dr. Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ, erläuterte die Bedeutung der Photovoltaik für die Erreichung der Energieziele Niederösterreichs. Durch frühzeitige Einbindung des Denkmalschutzes und die technisch-ästetische Weiterentwicklung der PV-Anlagen können seiner Meinung nach gemeinsame Lösungen gefunden werden, die auch für denkmal- und ensemblegeschützte Gebäude eine zukunftsfähige Lösung ermöglichen. Gerade der Erfolg der Photovoltaik in Niederösterreich zeigt die hohe Akzeptanz dieser Technologie in der Bevölkerung.

Bild 2 Podiumsdiskussion
© H. Naumann

An der anschließenden Podiumsdiskussion haben weiters Frau DIin Hanna Liebich vom österreichischen Bundesdenkmalamt und Architekt DI Helmut Haiden vom Gestaltungsbeirat Mödling teilgenommen. Erstere verwies vor allem auf den Leitfaden des Bundesdenkmalamtes, der eine Orientierung für die Genehmigung von PV-Anlagen geben kann. Sie stellte vor allem jene Situationen in den Mittelpunkt, in der die Errichtung von PV-Anlagen möglich und sinnvoll ist. DI Helmut Haiden plädierte für einen offenen Dialog zwischen Gestaltungsbeirat, Gemeinde und Projektwerber, um gemeinsam umsetzbare Lösungen zu finden.

Im Rahmen der Diskussion wurde deutlich, dass es in Österreich bisher wenig errichtete Beispiele von PV-Anlagen auf denkmal- und ensemblegeschützten Gebäuden gibt. Einerseits wurde in der Produktion von denkmalschutz-kompatiblen PV-Modulen ein relevantes  Markpotenzial für heimische Unternehmen gesehen, andererseits wurde betont, dass historische Gebäude und Ensemble einer Reihe anderer Faktoren (Autoverkehr, Reklame...) ausgesetzt sind. In diesem Sinne wurde von allen TeilnehmerInnen betont, dass eine Weiterführung des Dialoges zu diesem Thema für die Entwickung zukunftsfähiger Lösungen essenziell ist.

Download

Programm "Photovoltaik im Denkmal- und Ensembleschutz"

Informationen zu den ReferentInnen

Ausstellung der Photovoltaik-Firmen
 

Präsentationen

Umgang mit historischen Stadtbildern und Strukturen in Mödling (Baudirektor Ing. Werner Deringer)

Photovoltaik, Energiesysteme der Zukunft ( GF Dr.. Herbert Greisberger, eNu)

Solarenergie und Denkmalpflege in Bayern (DIin Julia Ludwar M.A.)

Architektonische Möglichkeiten zur PV-Integration an denkmalgeschützen Gebäuden (Univ. Lektor Arch. DI Hannes Toifel)

Bildergalerie


 

Bildbeschriftung:

Bild1 ReferentInnen (v.l.n.r.): DI Hannes Toifel, Dr. Herbert Greisberger, Ing. Werner Deringer, DIin Julia Ludwar M.A., LAbg. Bgm. Martin Schuster, Vzbgm. Mag. Gerhard Wannenmacher

Bild2 Podiumsdiskussion (v.l.n.r.:): DI Helmut Haiden, Dr. Herbert Greisberger, DIin Hanna Liebich, Vzbgm. Mag. Gerhard Wannenmacher, LAbg. Bgm. Martin Schuster