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Event-Nachberichte

Energie- & Umwelt-Gemeinde-Tag 2016

Über 400 GemeindevertreterInnen kamen am 9. September zu Niederösterreichs größtem kommunalen Fachtag, dem „Energie- und Umwelt-Gemeinde-Tag“.

Energie- und Umwelt-Gemeinde-Tag 2016
© NLK J.Burchhart

Das Motto der Tagung lautete: „Energiewendeland Niederösterreich. Global denken – Lokal handeln“ Niederösterreich deckt mit Ende letzten Jahres den gesamte Strombedarf aus Erneuerbaren Energien ab. Dieses Etappenziel ist entscheidend um fossile Brennstoffe und die Atomkraft weiter zurückzudrängen, wie Energie-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf in seiner Eröffnungsrede betonte. „Niederösterreich deckt seinen Strombedarf zu 100 % aus Erneuerbaren Energieträgern, nicht zuletzt dank dem großen Einsatz der Gemeinden. Das ist letztendlich der glaubwürdigste Beweis gegen die Atomkraft“ so Pernkopf. „Tschechien möchte das AKW Dukovany um zwei weitere Reaktoren ausbauen. Im aktuellen UVP-Verfahren bringen das Land, die Gemeinden und tausende Bürgerinnen und Bürger dazu viele kritische Stellungnahmen ein. Und alle Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher können mit ihrer Unterschrift mithelfen. Je mehr Unterschriften unter www.energiebewegung.at, desto stärker das Signal gegen die Atomkraft und für eine europäische Energiewende“, ruft Pernkopf auf.

Der gebürtige Yspertaler DI Dr. Michael Stadler, Leiter der Forschungsgruppe Netzintegration an der Universität von Kalifornien wies auf die Wichtigkeit von technologischen Innovationen im Kampf gegen den Klimawandel hin: "Niederösterreich hat die letzten zehn Jahre wichtige Schritte vorwärts gemacht und die CO2 Emissionen um rund 10% gesenkt. Um die gesteckten Ziele zu erreichen, gilt es künftig noch stärker auf Forschung und Innovationen zu setzen. Der Weltklimavertrag von Paris ist hierfür eine gute Basis und ist gleichzeitig eine große wirtschaftliche Chance für neue Technologien.“ Für seine Forschung an den Energienetzen der Zukunft wurde Michael Stadler Anfang 2016 von US-Präsident Barack Obama persönlich ausgezeichnet.

Thomas Weber, zweiter Gastreferent, Herausgeber des Magazins BIORAMA und Buchautor ergänzte und unterstrich die Bedeutung des Tages für die GemeindevertreterInnen: „Viele unterschätzen die Möglichkeiten der Kommunen, weitreichende Akzente in Sachen besseres Leben und Nachhaltigkeit zu setzen. Gemeinden haben eine immense Marktmacht, können Anreize schaffen und vor allem Vorbild sein. Das Wichtigste dabei ist sich auszutauschen, voneinander zu lernen und nicht vor der Komplexität der Materie zu kapitulieren.“

117 Energiebuchhaltungs-Vorbildgemeinden ausgezeichnet

Ein weiterer wichtiger Faktor für das Gelingen der Energiewende ist die Steigerung der Energieeffizienz. Dafür hat das Land NÖ rechtzeitig die Weichen gestellt und vor vier Jahren ein eigenes Energieeffizienzgesetz verabschiedet, dass die Bestellung eines eigenen Energiebeauftragten in jeder Gemeinde vorsieht. Im Rahmen des Energie- und Umwelt-Gemeinde-Tages konnten 117 Gemeinden als Energiebuchhaltungs-Vorbildgemeinden ausgezeichnet werden. „Von den über 400 Gemeinden, die in Niederösterreich bereits einen Gemeinde-Energiebericht erstellt haben, führen die 117 Energiebuchhaltungs-Vorbildgemeinden eine monatliche Energiebuchhaltung, die es ermöglicht Benchmarks zu erstellen um so aufzuzeigen wo im Vergleich zu anderen Gemeindegebäuden in Niederösterreich Optimierungspotenziale liegen.“ freut sich Dr. Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ, die den „Energie- und Umwelt-Gemeinde-Tag“ ausrichtet.

Energie & Umwelt-Gemeinde-Tag zum Nachlesen

Programm zum Energie- und Umwelt-Gemeinde-Tag 2016

Hack die Thujen klein! - Die Thujen-Abwrackprämie und andere Ideen für die Gemeinde
Thomas Weber - Buchautor und Herausgeber von Biorama

Pariser Weltklimavertrag: Globaler Auftrag mit lokalen Folgen
DI Dr. Michael Stadler - Leiter der Forschungsgruppe Netzintegration an der Universität von Kalifornien

Impulsgruppen

Viele weitere Beispiele und Möglichkeiten wie GemeindevertreterInnen konkret in ihrem Wirkungsbereich für eine energieeffiziente und nachhaltige Zukunft  arbeiten können wurde nach den Referaten in 5 Impulsgruppen aufgezeigt:

Impuls 1: Energiewende in der Gemeinde

Zusammenfassung der Impulsgruppe 1

DIin Monika Panek – eNu: Mit dem e5-Programm in die „Champions League“

Bgm. Walter Hartlieb - Kötschach – Mauthen in Kärnten: Unser Erfolgsweg zu 5 e’s

Impuls 2: Facebook & Co: Bewusstseinsbildung mit neuen Medien

Zusammenfassung der Impulsgruppe 2

DIin Astrid Huber, Martin Ruhrhofer, BA – eNu: Mit Facebook, Twitter und Co. die BürgerInnen bewegen

Impuls 3: e-Mobilität am Gemeinde-Bauhof

Zusammenfassung der Impulsgruppe 3

Mag. Gerald Franz - eNu: e-Mobilität erobert den Gemeindebauhof: Einsatzmöglichkeiten, Potentiale, Förderungen

Impuls 4: Spotlights - Innovationen für Gemeinden

Zusammenfassung der Impulsgruppe 4

Bgm. DI (FH) Rainer Handlfinger - Ober-Grafendorf, E&UGR Monika Hobek-Zimmermann, BA - Guntramsdorf: Automatische Energiedatenerfassung bei Gemeindegebäuden Impuls 5: Flächenschonende Örtliche Raumplanung

Mag. Bernhard Wüster, BA - E-Werk Wüster: Smart Meter - Smarte Stromzähler machen Energieverbrauch transparent

DI Rudolf Leitner - LEITNER Haustechnik Ges.m.b.H., Ing. Herbert Kollar - Kollar GmbH: Energie-Kosten-Einsparung mit innovativen Energie-Dienstleistungsmodellen für Gemeinden

Impuls 5: Gemeinde.Gut.Wasser

Zusammenfassung der Impulsgruppe 5

DI Markus Kumpfmüller - DI Kumpfmüller KG: Blau-grüne Infrastrukturen: Handlungsanleitungen für klimabewusste Gemeinden

Bgm. KR Thomas Buder - Tulbing: Trinkwasser verunreinigt - Professionelles Krisenmanagement der Gemeinde

Video vom Energie- und Umwelt-Gemeinde-Tag  

Vorträge zum Nachhören

Eindrücke vom Tag

Energiebuchhaltung Vorbildgemeinden - Anti Atom-Kampagne

Weiterführende Informationen

Umwelt-Gemeinde-Service der eNu
Tel. 02742 22 14 44
gemeindeservice@enu.at